Montag, 2. Dezember 2013

Jahreswechselchallenge Phase 1 #1

In der ersten Phase der Challenge geht es um das Ernährungs-/Essverhalten und entsprechende Fragen "drumherum".

Wie ist es momentan?
Kritisch und vielleicht auch ernst.
Ernsthaft: Es ist eine Katastrophe. Als ich die Zahl gesehen habe, war mir eher ganz anders. Ich war doch schon mal sooo weit weg davon. Ich habe es hier sogar noch geschönt und den Wert "ohne Klamotten" genommen. Schwer zu glauben, dass ich vor 3 Monaten fast 10 Kilo leichter war. Heute Nacht bin ich aufgewacht und mir war übel. Ich bin aufgestanden und hatte die ganze Zeit schrecklichen Durst, doch es war nur Leitungswasser da... und das konnte nicht helfen und ich hatte das Gefühl etwas schrecklich giftiges zu mir zu nehmen.

Warum ist es so?
Weil... Bratwurst. Ich habe keine Ahnung. Ich war mal der Meinung ich wäre darüber hinweg. Über alles und so. Aber nein. Entweder stimmt meine "Ich-bin-körperlich-und-geistig-abhängig"-Theorie oder ich weiß echt nicht mehr weiter. So macht das doch echt keinen Spass.

Was sind eure Ziele allgemein? Wodran scheitern sie meistens?
Wenn ich das wüsste, würde es viel einfacher sein. Ich weiß nicht mehr, warum ich mich vor 2 Jahren darauf konzentriert habe fitter zu werden. Ich kann es wirklich nicht beantworten.
Vielleicht war es eine exzellente Flucht aus der Realität. Hinein in eine andere Welt. In eine neue Welt voller Eisen und festen Prinzipien. Ein Bodybuilder hat nur ein eigenes Ziel: Sich selbst. Da ordnet er allem unter, was ihm nicht gut tut und ignoriert auch negative Konsequenzen. Breit wie Schränke werden sie nicht übersehen und einer Präsens, die einfach nur erstaunlich ist.
Das wollte ich sein. Da wollte ich hin. Schlank und stark. Breit wie ein Schrank, aber lange nicht mehr so tief. Ja. Es war zu mindest ein Ideal und besser als zu Hause rumsitzen und dem Zerfall meiner Familie zu sehen.

Und jetzt? Jetzt ist die Familie genauso verfallen, wie vorher. Die angeblich so erwachsenden Menschen sprechen nicht mehr miteinander. Ich warte nur darauf, dass Weihnachten irgendwas doppelt geschenkt wird. Nicht mal auf sowas profanes können sie sich einigen. Da bin ich mir sicher.

Offensichtlich hat diese Flucht nicht geholfen. Das niedere Reduzieren meiner Instinkte auf Blut, Schweiß und Tränen. Offensichtlich gab mir das Krafttraining, nicht das, was ich brauchte. Nicht die Ablenkung, die ich nötig hatte.

Gestern fuhr ich mit meinem Rad zum Sportstudio. Hin sind es etwa 8 km bergab. Also eine sehr gemütliche Strecke. Ich ärgerte mich nur, dass ich teilweise runterschalten musste. Doch es regnete nicht.

Angekommen, hielt ich es für eine saublöde Idee mit dem Fahrrad gekommen zu sein. Ich ging rein, zog mich um und setzte mich auf den Butterfly. Nicht nur, dass ich einigermaßen ausgelaugt war, nein. Ich spürte auch meine rechte Schulter stärker als sonst. Ich musste mich fragen: "Warum mache ich das eigentlich?"

Ich ging ein Geräte weiter, verplapperte mich mit dem Trainer und wurde dabei kalt. Sofort spürte ich meine Schulter wieder. Ich fluchte innerlich. Wirklich. Und fragte mich: "Was mache ich hier eigentlich?"

Auf Beinpresse hatte ich kein verlangen. Mir taten die Knie schon vom hinfahren weh. Ich dachte nur daran, dass es eine schlechte Idee war mit dem Fahrrad gekommen zu sein und brach das Training ab. Ja. Ich brach das Training ab. Ich hatte absolut keine Motivation mehr.

Die Rückfahrt gab mir keine Erleuchtung, doch ich überlegte und dachte nach, während ich auf dem Fahrrad saß. Tritt und Tritt. Kurve um Kurve. Irgendwann nieselte es. Der Wind preschte mir ins Gesicht und nahm die Regentropfen mit. Dann ging es bergauf. 4,5km Non-Stop Bergauf. Eine schnurgerade Strecke. Nur gerade aus.

Während ich mich das hochquälte kam mir ein Gedanke: "Warum? Warum verdammt mache ich das? Warum tue ich mir das an?" Tränen kamen. Ich begann zu verstehen, wie es den Leuten beim Eingangstraining von "Extreme Weight Loss" ging. Ich begann mit mir selbst zu reden. Irgendwann schallte ich in den Wald hinaus: "WARUM?!?" Doch ich bekam keine Antwort. Ich habe sie bis heute nicht.

Inzwischen bin ich müde dieses Thema anzugehen. Ich vermute ich habe den Sport als Ablenkung benutzt. Doch jetzt stoße ich an seine Grenzen. Sicher bin ich mir da nicht. Ich weiß nicht mehr ob es sich lohnt. Ich bin müde und mag nicht mehr weiter machen. Was habe ich davon Gewicht zu verlieren?

Das weiß ich nicht.

Ich habe auch keine großen Fortschritte gemacht. Meiner Meinung nach. Auf dem Papier habe ich angeblich 10 cm Umfang verloren. Ist das nicht irgendwie egal?

Essen-technisch war ich nie besonders gut darin irgendwas "gesundes" zu Essen. Auf eine Banane folgten 2 Schokotafeln. Und jetzt gerade bin ich dabei mich von den zwängen einer Ernährungsumstellung zu befreien und... naja... emotionales Essen, sage ich da nur. Ich sehe gerade keinen Fortschritt. Keinen der mich wirklich überzeugt, zu mindest.

Ist irgendwie gerade nicht so gut... und sehr düster. Ich hoffe das ist nur eine Phase....

Kommentare:

  1. Mir gefällt der Text, wohl weil mir manches nur zu vertraut vorkommt.

    Ist wohl nicht so zentral, aber was hatte es denn mit dem Leitungswasser auf sich? Also, war das Problem, dass du etwas anderes trinken wolltest, aber nichts da war oder dass es dir körperlich einfach scheisse ging?

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    1. Ich kaufe sehr selten Flaschen. Unter anderem weil die schnell leer sind und dann in der Gegen rumfliegen.

      Daher bleibt halt oft nur das Leitungswasser. Und das bekommt mir nicht gut. Ich glaube die alten Rohren versetzen das Wasser mit irgendwas, weswegen ich instiktiv das Wasser nicht trinke. (Rost oder sowas in die Richtung...)

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    2. Klingt aber gar nicht gut! Dass das Leitungswasser trinkbar ist, sollte in einem "zivilisierten" Land eigentlich selbstverständlich sein, finde ich... Sonst hilft vielleicht ein Wasserfilter oder so?

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    3. Es müsste "nur" mal die Leitung in der Wohnung ausgetauscht werden. Dann geht es. Man kann es trinken, aber irgendwie... naja... Wasser ist nicht gleich Wasser.

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