26. Dezember 2013

Mein Jahr 2013

Willkommen bei dem ganz persönlichen Jahresrückblick 2013. Es war ein schnelles Jahr, es war ein intensives Jahr und es war ein Jahr, in dem mir gezeigt wurde, was wirklich wichtig ist,  auf was ich verzichten kann, wo meine Prioritäten liegen sollten und das ich mich verändert habe.

Ihr seht also: Eine gesamter Jahresrückblick würde jeglichen Umfang sprengen, den ich mir vorstellen kann. Denn oft gibt es viel zu erklären und viel zu erzählen. Einige Worte wären sehr gemein, aber ich weiß, dass es mir gut tut so zu sein.

Ich beginne mit dem wichtigsten: Mein Leben hat begonnen. Im Juni habe ich meine Ausbildung bestanden. Zwar nicht mit der Note, die ich mir gewünscht habe, aber bestanden. Ich wurde auch sofort übernommen und habe da weitergemacht wo ich aufgehört habe. Zu mindest bis die Probezeit rum war, danach wurde ich noch in anderen Bereichen eingesetzt, welche mir zwei 12-Stunden Tage beschehrten. Das ist nicht schlimm, da ich es verdammt gerne mache.

So kann man sich vorstellen, wie das Jahr bis zu dem bestehen war: Kein Urlaub. Viel Arbeit. Viel Zerstörung. Viel lernen. Präsentationen erstellen. Dazwischen noch irgendwie das normale (aber gnädigerweise reduzierte) Tagesgeschäft. Mein anfängliches Gewicht war ungefähr 10kg leichter als Anfang Dezember. Ich bin gespannt wie das Startgewicht 2014 wird, da ich in der Regel über Weihnachten eher abnehme, dann zunehme. Während der ersten Hälfte des Jahres hatte ich zwischendurch halt Ernährungstechnisch alles geschmißen, was mir richtig erschien und den Druck mit sehr viel Schokolade und FastFood aufgewogen. Die Betonung liegt dabei auf "sehr viel". An Spitzentagen waren 7000 bis 10000 Kcal pro Tag! Tatsächlich habe ich in der Zeit überlegt, ob ich zum Ausgleich nicht Rauchen sollte. (Was ich nach einer Zigarette aber lies... mal ernsthaft: Das schmeckt doch wie der letzte Dreck?!?)

Als einzigen Ausgleich hatte ich den Sport. Dreimal die Woche. Ich war jedes Mal da. Und habe mich gesteigert. Die Anstregung meines Körpers und das ziehen von allen Muskeln im Körper, das ausgelaugt sein und die buddhistische Leere des Kopfes nach einem Training haben mir einige Stunden Ruhe gelassen und mich total entspannt. Ich schaffte es mich auf Höchstleistungen zu prügeln und machte Geräte einbeinig, die andere nicht mal zwei-beining hinbekommen. Das ich irgendwann einean Tribut zollen musste, war mir zwar klar; aber die Droge Sport war mir egal. Je näher es an die Prüfung ging, desto intensiver wurde das Training, desto schlechter wurde das Essen.

Am Tag der Prüfung war ich verdammt angespannt. Ich hatte sogar meinen eigenen Namen vergessen und musste ihn von der Folie ablesen. Meine Präsentationskünste... naja... waren quasi nicht vorhanden. Trotzdem hatte ich bestanden. In dem Moment fiel mir ein so großer Stein vom Herzen und die Ketten des Druck lösten sich und ich fühlte mich.... frei. Frei alles zu tun und so "erwachsen" (ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll) alles tun zu können, was ich will. Ich könnte auch die garantierte übernahme schmeißen und in die große Stadt ziehen und nicht mehr in der "Stadt" wohnen, wo ich jetzt wohne. Doch ich wollte nicht was sicheres wegschmeißen und wählte den Weg des kleinsten Stresses. Ich mag die Arbeit wirklich, die ich tue. Ich kann nur nicht mehr Leute um mich herum leiden, sowie das Improvisatorium, in dem ich wohne.

Zu den Leuten gehört meine eigene Familie. Ich dachte es wäre alles gut. Aber jeder zieht über jeden her. Alle meckern sich gegenseitig an und keiner ist mit irgendwas zu frieden, was der andere tut. Wenn ich sage: "Meine Familie ist zerstritten" dann ist das eine durchaus gutmütige Umschreibung für den reelen, inneren Zustand. Ich bin darüber hingegangen, sobald auch nur einer darüber nachdenkt zu lästern, zeige ich dem gegenüber auf dass er/sie das selbe macht.

Ich wollte eigentlich einen eigenen Artikel drüber schreiben, aber ich finde das an dieser Stelle passend: Alkoholismus ist verdammt gefährlich und sollte ernst genommen werden. Wenn jemand, der jeden Tag ein Glas Wein trinkt, über einen (hoffentlich) trockenen Alkoholiker lästert, dann hat das überhaupt keine Grundlage. Alkohol ist eine ernste Sache und sollte möglichst nicht konsumiert werden. Dadurch können Familien kaputt gehen, Ehen zerstört werden und Traumata entstehen. Und das mehrmals.

Doch zurück zu meinem Jahr. Jetzt sollte klar sein, warum ich durchaus auch mal... extreme Meinung vertrete. Wenn die eigene Familie nur aus Lästerer, Meckerern, unterenwickelten Kindern und Menschen besteht, die sich auf ihrer Depression ausruhen (und in das absolute soziale Abseits rutschen) dann kann man sich nicht mal mehr RTL angucken. Diese Lage habe ich so erkannt und für mich beschloßen, dass ich manche Menschen nicht brauche und sie mir nicht gut tun. Ich habe mir überlegt: Wer würde dich vermissen und wen würdest du vermissen, wenn du auf einer einsamen Insel wärest? Da war quasi kein Familienmitglied bei und ich habe beschloßen Familie als Grund zu sehen zusammen zu kommen, aber nicht zusammen zu bleiben.

Sollte ich irgendwann mal eine eigene Familie gründen, so hoffe ich, dass dies dann nicht so ist.

Das Jahr mich abgestumpft. Es hat mir gezeigt, dass ich selbst entscheiden muss in welche Richtung das geht. Ich habe mich in dem Jahr selbst nach vorne gestellt und vieles hinten an. Ich achte nicht mehr auf andere, welche mir im Weg sind. Ich habe gelernt, dass ich auf mich selber achten muss. Ja. Es ist schön mit der "Familie" zu essen. Doch wenn ich keine Spaghettis mag oder zu dem Zeitpunkt im Training bin, dann ist das so. Ende. Fertig. Aus.

Ich habe keine Lust mehr auf Kuschelkurs. Ich habe keine Lust mehr, mich bei Leuten "einzuschleimen", die mir nicht gut tun. Entweder Fragen die Leute "lange" vorher, aber zu erwarten, dass ich springe: Nein. Nicht mehr. Keine Lust. Dazu bin ich mir zu wichtig.

Und plötzlich ist das Jahr zu Ende. Und ich stehe hier, schreibe diese Zeilen und denke mir: Ganz schön hart, wenn ích mir das so bedenke. Ich erkenne aber auch: Es ist ein Jahr gewesen, in dem ich mich stark verändert habe. Ich bin deutlich selbstbewusster geworden. Ich gehe besser auf andere Menschen zu. Ich habe mehr Spass. Ich hatte mehr Stress. Ich fühle mich frei. Ich habe diesen Blog begründet, damit ich meine Gedanken los werde, die ich so habe. Das ist gut.

Die ganze Zeit hatte ich mein Sportprogramm brutal durchgezogen: Immer zum Sport oder einen adquaten ausgleich. Jetzt spüre ich den Tribut: Ich bin fertig. Ich bin durch. Ich brauche eine Pause. Ich drehe runter und mache langsam. Ich muss mal komplett regenerieren. In Ruhe. Auch wenn es meine Ziele für 2014 ein "wenig" im Wege stehen könnte.

Doch dazu das nächste mal!

Kommentare:

  1. Mein ungefragter Rat an dich fürs 2014: Zieh aus!

    Du bist seriös im Leben unterwegs und hast einen guten Job. Da hast du ein entsprechendes Wohnarrangement mit funktionierender Wasserzuversorgung und ohne dysfunktionale Familiengefüge verdient.

    Wenn du wirklich etwas mit der Familie tun willst, kannst du sie besuchen und sonst geniesst du einfach und stressfrei den Umstand, dass du dein Leben so gut im Griff hast.

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    1. Stand bereits 2013 auf meiner Agenda.

      Ist in dieser Stadt leider absolut nicht leicht.

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