Donnerstag, 14. November 2013

Gedanken zum Zwingen

(Der folgende Text ist Sudda gewidmet, die mir den Anstoß gegeben hat nicht nur bei der richtigen Ernährung meine "Fehler" zu suchen....)

Wie soll ich das erklären? Im Moment geht es mal gar nicht. Alle arbeiten an dem Gewicht werden im Moment von Essen zerstört. Die Zahl auf der Waage wird explodieren. Es geht definitiv nicht so weiter.

So habe habe ich für mich überlegt "Warum hast du diese schlechten Angewohnheiten angenommen?", bis ich realisiert: Ich habe keine schlechten Angewohnheiten angenommen. Ich habe meine alten wieder eingeführt. Das heißt mehrere Tafeln Schokolade pro Tag ohne Obst und Gemüse. Geistig (man kann es auch "seelisch" nennen) gesehen ist das sehr entspannend nicht auf das Essen gucken zu müssen. Körperlich eine Katastrophe.

"Dann iss doch weniger", sagt der eine oder andere vielleicht. Diesem möchte ich folgendes Bild geben: Stellt euch vor ihr seit Raucher. Ihr raucht mehrere Packungen pro Tag. In allen Möglichen Situationen. Ständig. Dann lest ihr in irgendeiner Zeitung oder auf der Packung selbst: Rauchen ist schädlich und ihr lässt euch überzeugen aufzuhören. Nun stellt euch vor ihr dürft von nun an nur noch eine einzige Zigarette pro Tag rauchen. Genau eine. Bis zum Ende eures Lebens.

Allein dieser Gedanke lässt den einen oder anderen verrückt machen und ihr denkt: "Dann kann ich ja gleich aufhören." Richtig. Das wäre die einfachste Methode.

Übrigens konnte ich vielen Menschen mit diesem Gedankenspiel davon überzeugen nicht mehr zu rauchen und sie haben innerhalb einer Woche aufgehört -- nun stellen wir uns das ganze mal mit Essen vor. Wir stellen uns vor Essen sind Zigaretten und ihr müsstest das Essen täglich reduzieren.

Mich streckt dieser Gedanke ab. Wenn ich mir vorstellen ich dürfte nie mehr so viel Essen wie ich will, dann werde ich verrückt. Das was ist erstmal egal. Leider können wir beim Essen nicht sagen: "Dann nehme ich halt nie wieder was zu mir". Spätestens nach 3 Wochen hat sich das Problem dann komplett gegessen und andere kaufen für dich einen Sarg in Übergröße.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wisst ihr nun wie ich mich fühle. Das an sich wäre ja kein Problem soweit, wenn denn der wirkliche Wille da wäre was zu ändern. Im Grunde ist es bei mir nicht mal ein richtiger Wunsch.

Ein Wunsch ist für mich etwas, was man möchte oder irgendwie erstrebt. Doch gleichzeitig hat es den Touch von Unerreichbarkeit und der Tagträumerei. Du möchtest Rennfahrer werden, bist aber zu faul ein Führerschein zu machen? Dann ist das nur ein Wunsch.

Ein Wille dagegen manifestiert sich und setzt dir ein Ziel. Ein Ziel an dem du dich und deine Taten misst. "Ist das, was du jetzt tust für, gegen oder neutral gegen dein Ziel?" und unbewusst genauso handelst. Deine Überlegungen sind darauf ausgelegt auf eine bestimmte Weise zu handeln.

Das klingt jetzt total kompliziert. Und im Grunde ist es das auch, doch brechen ich das mal eher leicht verständlich runter: Stelle dir vor du willst dreimal die Woche zum Sport und du kannst dich mit diesem Gedanken sehr gut anfreunden. Das Probetraining gefällt dir und du fühlst dich bestärkt. Also bastelt dein Hirn daran rum hin und her zu überlegen wie es das nun am besten anstellen kann. Irgendwann hast du eine Lösung und die Funktioniert dann - weil du es willst. Klar, diese kann noch optimiert werden, aber auch das geschieht mehr oder weniger automatisch.

Nachdem ich nun offensichtlich begriffen habe, wie es funktioniert sollte es doch kein Problem sein dies auf Gewichtsverlust anzuwenden, oder?

Nope. Denn Nebensätze sind wichtig."mit diesem Gedanken gut anfreunden". Ich kann mich nicht schlank vorstellen. Da ich mir Sachen am besten genau vorstellen muss, um mich mit ihnen anfreunden zu können ist das kritisch. Alleine dieser Punkt könnte wieder einen Artikel füllen, daher hier mal die Kurzversion: Ich war nie dünn oder normalgewicht oder pummelig oder irgendwas unter "fett", daher habe ich keine Vorstellung wie es anders ist als massig Gewicht zu haben.

Ich weiß auch gar nicht woher der Wunsch kommt Gewicht verlieren zu wollen. Ich kann mich zwar auf Fotos nicht wirklich leiden, aber dass ist mir inzwischen egal geworden. Andere Menschen akzeptieren mich, wie ich bin und ich muss mir keine Sprüche anhören. Und wenn bin ich in der Lage einfach zu gehen. Ich muss mich nicht mehr mit 30 Leuten in einem Raum aufhalten, die ich nicht akzeptiere. Keiner meiner Freunde ich so extrem übergewichtig. Eher das Gegenteil... Ich habe die Ausbildung zu dem besten Beruf aller Zeiten erfolgreich bestanden und wurde direkt übernommen. Nichts hindert mich also an meinem Leben. Ich vermisse nichts wirklich.

Vielleicht weil ich es nicht kenne.

Doch zurück zum Gedanken anfreunden: Ich kann mich mit einem Gedanken anfreunden, wenn ich ihn mir bildlich vorstellen und ausmalen kann.  Dazu ist es nötig, dass dieses Bild akzeptiert wird. Dazu ist es nötig das mein Kopf mehr und schwerwiegendere positive Dinge auf das Bild projiziert, denn auf das jetzige.

Doch das jetzige Bild hat mehr Gründe so zu bleiben wie es ist, als sich zu ändern. Ich kenne sie nicht genau, aber sie sind da. (Klingt gruselig) Sie dürften in folgende Richtung gehen:

  • Angst vorm Unbekannten
  • Bequemlichkeit
  • Unlust
Ich denke und hoffe die Angst vor  dem Unbekannten ist das, was ich zu besiegen habe. Ich weiß nicht wie es ist schlank(er) zu sein. Wenn ich und mein Geist die entsprechende Erfahrung gemacht haben und positive Dinge gesammelt haben, denke ich wird das Abnehmen leichter fallen. Es ist nicht damit zu verwechseln mit "Ich bin dann ein anderer Mensch und total fitter und fröhlicher und so"... denn das tritt bekanntlich nicht ein. Es ist meist nur ein Ergebnis der Reise dahin - wie sagt das Sprichwort? "Der Weg ist das Ziel."


Daher denke ich sollte der nächste Schritt folgender sein: Dem geist und dem Körper soll gezeigt werden, welche Vorteile es hat weniger zu wiegen, fitter zu sein und erfolgreicher im Sport. Ich denke da kann ich mir nicht anders helfen, als dazu zu zwingen die ersten Schritte zu tun. Mit aller noch gesunden Konsequenz.

Irgendwelche Gedanken dazu?
(Bevor ich meinen Masterplan entwerfe, werde ich erstmal das Feedback zu diesem Text abwarten... vielleicht beziehe ich das mit ein)

Kommentare:

  1. Öhm, irgendwie habe ich wohl verpasst, dass du deinen vorherigen Plan aufgegeben hast. Wann war das denn?
    Die schlechten Angewohnheiten sind wirklich einfach das: Gewohnheiten. Mit der Zeit kann man sicher auch neue Gewohnheiten schaffen, aber das dauert halt ne Weile. Vielleicht so: http://zenhabits.net/new-habit/ ?

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    1. Der Zeitpunkt war etwa da: http://bitfreakwirdfit.blogspot.de/2013/11/combobreak.html

      Ich habe es von da aus schleifen lassen... Bis es heute richtig gecrasht ist... Leider ist ein Blog ein Ausschnitt von mir gesteuert, deswegen kann sowas plötzlich kommen.

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    2. Da hast du recht. Ich hatte nicht bedacht, dass eine Differenz besteht zwischen dem, was Menschen tun und dem, was sie im Internet veröffentlichen.

      Eigentlich ein guter Gedanke, den man sich im Hinterkopf behalten sollte, wenn einem wieder einmal alle Blogautoren so unglaublich viel erfolgreicher vorkommen.

      Für die Lesenden wär's jeweils nützlich, den Prozess verfolgen zu können, der zum Scheitern führt und welche Analyse darauf folgt bevor wieder ein neues Vorhaben mit neuem Plan gestartet wird.

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    3. Die Analyse steht oben und im folgenden Artikel. Meist ist das scheitern ja ein schleichender Prozess, der sich sehr langsam vollzieht. Da muss man an einem bestimmten Punkt sagen: Okay. Plan versagt. Was tue ich jetzt?

      Vielleicht gehört dazwischen auch das pushen mit positiven Dingen, die man trotz "Ausnahme" geschafft hat und gibt somit das Signal: Alles klar... Schokoladenzeit!

      Ich versuche den Blog schon so persönlich zu gestalten wie ich kann und meine Gedanken öffentlich preiszugeben.

      Und dann "kracht" bei mir i.d.R. nur das Essen. ich gehe ja noch drei mal die Woche zum Sport. Also der "ich gebe dann mal auf"-punkt war nie wirklich erreicht. Doch ein Idiot ist der, der immer das gleiche tut und erwartet ein anderes Ergebnis zu kriegen - daher die Überlegungen jetzt.

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  2. Was für ein toller, offener Post. Ich muss mal eben drauf rumdenken, da hast du aber was serviert. Melde mich!

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    1. Also ich kann mir vorstellen, dass es eine "Mischkalkulation" ist.

      Zuerst einmal scheint dir der Leidensdruck zu fehlen. Du schreibst selbst: "Ich weiß auch gar nicht woher der Wunsch kommt Gewicht verlieren zu wollen." Du brennst nicht so stark dafür, wie Menschen, die an dem berühmten "Klickpunkt" angekommen sind, die die Schnauze so richtig voll haben.

      Dazu kommt, dass du eben gar nicht die "andere Seite" kennst, das macht es noch "abstrakter", nehme ich an. Was man nicht kennt, kann man nicht richtig einschätzen, kann man nicht vermissen.

      Leidensdruck fehlt.
      Vermissen/kennen fehlt.
      Damit fehlt BISS.

      An der Stelle kommt die Bequemlichkeit ins Spiel! Die steckt nämlich in dem Satz "Ich weiß auch gar nicht woher der Wunsch kommt Gewicht verlieren zu wollen." auch mit drin! Siehst du sie?
      Heißt doch so viel wie: "Ist doch eigentlich alles okay so. Läuft doch!"

      Und die ganzen Angewohnheiten (Essverhalten und Bewegungsverhalten und seelischer Umgang mit Nahrung) sind über Jahre in dir drin. Denn wie mein Vorredner schon sagte: Verhaltensmuster ändern ist anstrengend und Arbeit. Man muss die ganze Zeit ein wachsames Auge auf sich halten, muss sich entgegen dem verhalten, was man gewohnt ist. Dazu muss man deutlich aus der Komfortzone raus. Oder? UNBEQUEM. SEHR UNBEQUEM!

      Hast du ja schon gemerkt. Das ist der Grund, warum du "daneben haust", denke ich. Es ist viel bequemer, das Leben so laufen zu lassen, wie man es gewöhnt ist. Und ich rede nicht nur von den Gewohnheiten.

      Es ist auch höchst unangenehm, sich mit dem WARUM auseinander zu setzen. WARUM bist du aus dem Leim gegangen? Es ist ANSTRENGEND, in und an sich selbst zu forschen, für die einen, weil da was versteckt ist, was WEH tut, für andere, weil sie die Antwort nicht finden können.

      Und in Verbindung mit dem mangelnden Leidensdruck und "nicht vermissen"... WOFÜR? Wofür sollst du dir diese Arbeit machen?

      Wie gesagt: Neue Gewohnheiten manifestieren sich nicht in ein paar Tagen. Und im Falle von z.B. Zuckersucht (ist das bei dir der Fall) muss man unter Umständen voll unbequem ständig darauf achten. Wie das mit Süchten so ist. Das ist ARBEIT.

      Aus dieser Summe der Dinge ergibt sich automatisch UNLUST. Tsja, prima. Am Anfang ist man motiviert, will das. Klar. Und wenn das andere schaffen, dann kann man das selber sowieso. Man startet also durch, es läuft und dann... kommt da irgendwas. Sturm von der Seite oder einfach nur abends nach getaner Arbeit auf dem Sofa das eindeutige Gefühlt, dass man ES verdient hätte. Die alten Gewohnheiten feiern quasi eine Party mit dem mangelnden Biss/Leidensdruck. Und zusammen überzeugen sie einen, das Morgen auch noch ein hervorragender Tag ist, um konsequent zu sein.

      Angst vor dem Unbekannten. Hm. Da du diese Formulierung in dem Post untergebracht hast, scheint sie irgendwo in dir zu stecken. Dazu würde ich gerne mehr wissen. Was denkst du darüber, was fühlst du?

      Bewusst schreibst du, dass du weißt, dass sich nicht viel ändert, wenn du abgenommen hast, aber weißt du das auch wirklich?

      Das sagen viele, es würde sich nichts ändern, aber ich seh das anders. Da ist doch bei mir ein großer Unterschied zwischen damals und heute! Charakterlich bin ich wohl die gleiche, aber alles andere..

      Wovor hast du Angst? Gibt es vielleicht doch eine gewisse Erwartungshaltung und du hast Angst davor, dass es dann doch nicht so wird?

      Für mich ist es ein Mixdingens. Und ich glaube, für dich eigentlich auch. Denn sonst hättest du diese ganzen Punkte gar nicht notiert. Denke ich.

      Ganz liebe Grüße
      Annika


      P.s. Wenn das was wirr ist - sag was. Ich erkläre gerne genauer, wenn ich richtig wach bin. :D

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